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04.10.2018

Technik aus Halstenbek hilft bei Katastrophen

Technik aus Halstenbek hilft bei Katastrophen

Geräte und Software der Firma Eurocommand kamen in brenzligen Situationen wie dem Moorbrand in Meppen und dem G 20-Gipfel zum Einsatz.

Foto: Bundeswehr / WTD91-240


Meppen/Halstenbek.  Der Anruf kam Anfang Oktober um 8.30 Uhr. Eine halbe Stunde später waren Sascha Pomp und sein Team von der Halstenbeker Firma Eurocommand unterwegs – und um 12.15 Uhr hatten sie auf dem Bundeswehrgelände in Meppen ihr mobiles Stabs- und Führungsunterstützungssystem einsatzbereit gemeldet. Das half den Verantwortlichen bei der schwierigen Bekämpfung des Moorbrandes. Es besteht aus zehn Notebooks, einem mobilen Server und zwei Großdisplays.


Firma ist auf Krisensituationen spezialisiert

Schnell reagieren? Für die Firma, die sich auf das Management von Krisensituationen spezialisiert hat, ist das kein Problem. Ob bei dem riesigen Moorbrand, für den im Landkreis Emsland der Katastrophenfall ausgelöst worden war, oder voriges Jahr beim G 20-Gipfel in Hamburg: Immer wenn es brenzlig wird, kommen Geschäftsführer Pomp (46) und seine 20 Mitarbeiter ins Spiel.

Gerade einmal fünf Monate hatte Eurocommand Zeit, vor dem Treffen der wichtigsten Staatschefs in Hamburg Polizei und Feuerwehr der Hansestadt technisch auf den aktuellen Stand zu bringen. 30 Abschnitts-Befehlsstellen der Polizei, darunter der Führungsstab, und den Führungsstab der Feuerwehr stattete die Firma mit neuer Hard- und Software aus. „Wir standen teilweise vor komplett leeren Räumen, die wir dann als Befehlsstellen ertüchtigt haben“, erinnert sich Pomp.

In Rekordzeit wurde geplant, Monitore und Smartboards wurden installiert, verknüpft und synchronisiert. Im neuen Führungsstab können seitdem eine Videowand, bestehend aus 16 Monitoren, und zusätzlich vier weitere Displays zur Lagedarstellung aufgeschaltet werden. Dank der eingesetzten Software können alle eingesetzten Kräfte im Stadtgebiet in dem Kartenmaterial angezeigt werden.

Die Bilder aller Verkehrskameras der Stadt lassen sich dorthin übertragen. Neben einem Gesamtbild oder mehreren einzelnen Übertragungen können bis zu 20 zusätzliche Kameras aufgeschaltet werden. Beim G 20-Gipfel nutzte die Polizei beispielsweise Echtzeitbilder, die die Kameras aus den Polizeihubschraubern aufnahmen, zur Darstellung innerhalb der Einsatzlage. „Die Polizei hat uns bestätigt, dass die Systeme durchgehend fehlerfrei funktioniert haben“, berichtet Pomp.

Zu verdanken ist dies einer Software, die Pomp und Co. entwickelt haben und der Eurocommand ihren Erfolg verdankt. Sie heißt CommandX und dient als Führungsunterstützungssystem. „CommandX unterstützt den Einsatzleiter bei der Bewältigung jeder Einsatzlage“, erklärt Systemingenieur Carsten Weiske (38). Das System zeige für jeden Einsatz eine Übersicht aller zur Verfügung stehenden Einsatzmittel, egal ob sie von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst oder beispielsweise vom Technischen Hilfswerk stammen. Der Einsatzleiter könne auf einen Blick erkennen, welche Kräfte welchem Einsatzabschnitt zugeteilt sind und wer das Kommando in welchem Abschnitt führt. „Das System schreibt ein Einsatztagebuch, sodass jeder Einsatzbefehl und die gesamte Kommunikation gerichtsfest aufgezeichnet wird“, so Weiske.

Eine Lagekarte vermittle weitere wichtige Informationen – etwa die Lage von Hydranten, Gas- oder Hochspannungsleitungen. Zudem können Live-Bilder von Kameras eingeklinkt werden. Beim Moorbrand in Meppen stellte das Gemeinsame Lagezentrum des Bundes in Bonn sogar Satellitenaufnahmen bereit, die den Einsatzleitern vor Ort aufzeigten, an welchen Stellen die Brandherde lagen. „Mit CommandX erstellen wir ein ganzheitliches Lagebild“, so der Systemingenieur. Die Software kann dynamisch von kleinen Einsatzlagen bis hin zum Katastrophenfall eingesetzt werden. Die Daten ließen sich problemlos austauschen und von anderen Einheiten übernehmen. Zu den Kunden von Eurocommand zählen Städte wie Hamburg oder Berlin, aber auch kleinere Feuerwehren wie etwa Kummerfeld oder Bönningstedt.


Sascha Pomp (46) ist der Geschäftsführer der Firma Eurocommand aus Halstenbek. Foto: Arne Kolarczyk 
Sascha Pomp (46) ist der Geschäftsführer der Firma Eurocommand aus Halstenbek.
Foto: Arne Kolarczyk


Idee nahm ihren Anfang bei der Feuerwehr

Begonnen hat alles bei der Feuerwehr Halstenbek, wo Pomp zehn Jahre lang als Wachhabender tätig war. „Ich war damals hauptberuflich Programmierer und habe eine Software zur Unterstützung der Geräteprüfung geschrieben, die damals rein auf Papier stattfand“, erinnert sich Pomp. Dabei sei ihm die Idee gekommen, Software auch für andere Bereiche der Wehr zu entwickeln.

Der 46-Jährige kaufte seinem Arbeitgeber eine Software ab und erweiterte sie. 1997 kam der Vorgänger des heutigen CommandX auf den Markt. Ende des Jahres wird die fünfte Generation der Erfolgssoftware präsentiert. Dann soll das Unternehmen, das seit 2003 in einem Gebäude an der Gärtnerstraße inklusive eines Schulungszentrums residiert und seit 2013 Eurocommand heißt, auch international durchstarten. „Die Software verfügt über weltweite Geodaten, es sind alle Seekarten und alle wichtigen Sprachen integriert“, so Pomp. Erste Präsentationen von CommandX in Dubai, Australien und den Vereinigten Staaten seien positiv verlaufen.


Bericht von Arne Kolarczyk aus dem Hamburger Abendblatt vom 13.10.2018
Fotos Bundeswehr / WTD91-240, Hamburger Abendblatt / Arne Kolarczyk


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